Aus der Praxis - Für die Praxis
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Gesprächsführung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

Als pädagogische Fachkräfte in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen sind Sie Teil eines kooperativen Netzwerkes früher Hilfen im Kinderschutz. Liegen Ihnen Anhaltspunkte für einen Verdacht auf Vernachlässigung, Misshandlung oder sogar sexuellen Missbrauch vor, ist es Ihre Pflicht, die Erziehungsberechtigen und das möglicherweise betroffene Kind und/oder den/die Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung einzubeziehen. Ausnahmen von dieser rechtlichen Vorschrift bestehen nur für den Fall, dass durch das Einbeziehen der Beteiligten der wirksame Schutz des Kindes/der/des Jugendlichen in Frage gestellt ist (vgl. § 8a Abs. 4 Zif. 3 SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung).

Die Anforderung, im Falle eines Verdachts auf Kindeswohlgefährdung ein Gespräch mit den Eltern zu initiieren und durchzuführen, stellt in der Praxis häufig eine große Hürde dar und ist von Unsicherheiten besetzt: Was soll ich sagen? Wie werden die Eltern reagieren? Wird die Situation eskalieren? Was sind meine Pflichten? Wann muss ich das Jugendamt informieren?

Das zweitägige Seminar baut auf ihren bisherigen Erfahrungen mit Elterngesprächen auf, reaktiviert und vertieft vorhandenes Wissen zu Kommunikationstechniken, unterstützt Sie bei der Entwicklung einer angemessenen Haltung in solch schwierigen Gesprächen und vermittelt Ihnen kleinschrittig und achtsam Handlungssicherheit durch Methoden, Frage-techniken und Gesprächsleitfäden. In dem geschützten Rahmen der Lerngruppe erproben und reflektieren Sie neue Erkenntnisse an Ihren eigenen Fallbeispielen in simulierten Beratungssituationen, begleitet durch kollegiale Beratung und Supervision durch die im Kinderschutz und in Beratungskontexten erfahrene Referenten.

Seminare zu „Kinderschutz und Frühe Hilfen“ und zu „Prävention und Schutz vor sexueller Gewalt“ 2017

Für den Ausbau von Netzwerken Früher Hilfen fördert Hessen ein umfangreiches begleitendes Fortbildungsangebot für Fachkräfte Früher Hilfen, Netzwerkkoordination und im Bereich Jugendhilfe. Die Förderung durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration ermöglicht Seminare, für die lediglich eine Tagungspauschale in Höhe von 15,00 € vorab zu entrichten ist. Die Angebote sind vorbehaltlich der ausstehenden Zusage durch das Ministerium.

Die Übersicht über alle Seminare finden Sie im Flyer.

 

Anmeldebedingungen:

Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über die GISA Marburg. Das Anmeldeformular senden Sie per Fax, schriftlich oder als E-Mail-Anhang an die GISA: GISA Marburg, Neuhöfe 19, 35041 Marburg, Fax: 06421 94842-20, mailto: info@gisa-marburg.de  oder buchen Sie online.

Wenn das gewünschte Seminar belegt ist, erhalten Sie eine zeitnahe Absage. Bitte fragen Sie nach, wenn Sie innerhalb von 2 Wochen keine Nachricht erhalten haben sollten.

Eine Teilnahme ohne Anmeldung ist nicht möglich. Es werden nur Anmeldungen mit gut lesbarer EMail- Adresse berücksichtigt. Bitte eine möglichst personifizierte E-Mail-Adresse angeben, da Nachrichten an zentrale E-Mail-Adressen von Einrichtungen die Adressaten oft nicht erreichen.

Die Anmeldung muss bis spätestens 14 Tage vor dem Seminartermin vorliegen. Bei Absagen bis 14 Tage vor dem Seminar wird eine Bearbeitungsgebühr von 15,00 € pro abgesagtem Seminartag erhoben, danach eine von Bearbeitungsgebühr von 50,00 € pro abgesagtem Seminartag.

Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt, die Annahme erfolgt unter Berücksichtigung der Ausschreibungskriterien. Die Zweitages-Seminare und die Weiterbildung zur Fachkraft im Kinderschutz können nur komplett gebucht werden. Pro Person und Seminar muss jeweils ein Anmeldeformular verwendet werden.

 

Inhalte und Ziele

Zielsetzung:

  • Sie lernen grundlegende Beratungstechniken kennen und üben sie in Kleingruppen.
  • Im Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen gewinnen Sie Sicherheit und Kompetenz.
  • Ihre Grundhaltung gegenüber Familien haben Sie mit Blick auf Ressourcenorientierung, den Eigensinn der Lebenswelten sowie dem Spannungsfeld des Schutzauftrags des Bundeskinderschutzgesetzes reflektiert.

 

Inhalte:

Tag 1:

Rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere:

  • § 8a Abs. 4 SGB VIII
  • §§ 8b SGB VIII, 4 KKG

Vermittlung wesentlicher Grundlagen

  • Kommunikationstheorie
  • Innere Haltung eines Beraters
  • Reflexion der eigenen Rolle
  • Möglichkeiten und Grenzen

Vorbereitung und Setting

  • Das Vier-Ohren-Modell nach F. Schulz von Thun in einer Variation zur professionellen Vorbereitung auf ein schwieriges Gespräch
  • Systemisch-hermeneutische Annäherung an einen „Fall“
  • Nachbereitung

 

Tag 2:

Systemischer und lösungsorientierter Beratungsansatz

  • Ressourcen- statt Defizitorientierung
  • Gesprächsphasen- und leitfäden
  • Fragetechniken
  • Ziele finden und Zielvereinbarungen treffen

Methoden für den Umgang mit Konflikten

Grenzen der Elternberatung, Schutzauftrag


Lernvoraussetzungen

  • Aktuell ausgeübte, berufliche Tätigkeit, welche die Umsetzung der Seminarinhalte sowie die Reflexion bisheriger Elterngespräche ermöglicht.
  • Bereitschaft sich in simulierte Beratungssituationen einzubringen.
  • Für ein vertrauensvolles Verhältnis verpflichten sich alle Teilnehmenden der Verschwiegenheit gegenüber Prozessen und Äußerungen in der Lerngruppe.


Methoden

Theorieinput, Powerpoint-Präsentationen, Einzel- und Kleingruppenarbeit, moderierter Erfahrungsaustausch im Plenum, Fallanalysen aus der Praxis, supervisorische Arbeit, Arbeitsaufträge, Simulationen.


Zielgruppe

Fachkräfte im Bereich Frühe Hilfen (Fachdienst Jugend und Familie, Allgemeiner Sozialdienst (ASD), Koordinierungsstelle Netzwerk Frühe Hilfen, Freie Träger der Jugendhilfe, Gesundheitsbereich (Kliniken, Ärzte, Sozialpsychiatrischer Dienst, Therapeuten, Hebammen usw.)




Bei Anfragen zu Terminen nehmen Sie mit uns bitte Kontakt auf oder rufen Sie uns an 06421 94842-22.