Aus der Praxis - Für die Praxis
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Grenzverletzung und Gewalt

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert spezielle Fortbildungen im Bereich Prävention und Intervention von sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen, die Fach- und Leitungskräfte professionalisieren, mit Verdachtsmomenten adäquat umzugehen.

Kinderschutz steht seit einigen Jahren im Mittelpunkt zahlreicher gesetzlicher, fachlicher und auch organisationaler Entwicklungen. Das Bundeskinderschutzgesetz fordert Träger der Kinder- und Jugendhilfe auf, den Kinderschutz, Beteiligungsverfahren und Beschwerdemanagement in allen Einrichtungen einzuführen.

Trotz vertiefter Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden und der Sensibilisierung einer ganzen Gesellschaft für dieses Thema scheint es nach wie vor eine hohe Dunkelziffer für grenzverletzendes Verhalten und Gewalt zu geben. Immer noch begegnen uns Systeme, in denen „leichte“ Übergriffe und grenzverletzendes Verhalten eher bagatellisiert bzw. vor dem Hintergrund gewachsener Kulturen weiterhin unter dem Mantel der Verschwiegenheit gehalten werden.

Besonders der Verdacht und Formen von sexualisierter Gewalt erfordern spezifisches Handlungswissen, konkrete Leitlinien und eine hohe Sensibilität der Mitarbeitenden, um Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum geben zu können.

Daher müssen Grenzverletzungen durch Mitarbeitende in Institutionen sowohl durch verbindliche Maßnahmen geregelt sowie durch die Entwicklung einer Kultur der Achtsamkeit begegnet werden. Kinderschutz ist mehr als ein freundliches Wohlwollen Kindern gegenüber. Grundlegend ist eine achtsame und selbstreflexive Haltung. Etablierte Standards ermöglichen sowohl Mitarbeitenden wie auch Kindern und Jugendlichen Abhilfe, wenn sie glauben, dass ein Recht gebrochen wurde.

Dazu bedarf es eines Ansatzes, der die Komplexität und die Wirkkraft der Kultur innerhalb organisationaler Systeme anerkennt und würdigt.

Die Grundlage ist ein achtsamer und respektvoller Umgang der Mitarbeitenden mit sich selbst und miteinander im Team, um eine Kultur zu schaffen, in der auch Ängste und Risiken sowie Grauzonen bzgl. des Themas niedrigschwellig und wohlwollend besprochen werden können.

Seminare zu „Kinderschutz und Frühe Hilfen“ und zu „Prävention und Schutz vor sexueller Gewalt“ 2017

Für den Ausbau von Netzwerken Früher Hilfen fördert Hessen ein umfangreiches begleitendes Fortbildungsangebot für Fachkräfte Früher Hilfen, Netzwerkkoordination und im Bereich Jugendhilfe. Die Förderung durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration ermöglicht Seminare, für die lediglich eine Tagungspauschale in Höhe von 15,00 € vorab zu entrichten ist. Die Angebote sind vorbehaltlich der ausstehenden Zusage durch das Ministerium.

Weitere Seminarangebote finden Sie im Flyer.

Anmeldebedingungen:

Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über die GISA Marburg. Das Anmeldeformular senden Sie per Fax, schriftlich oder als E-Mail-Anhang an die GISA: GISA Marburg, Neuhöfe 19, 35041 Marburg, Fax: 06421 94842-20, mailto: info@gisa-marburg.de  oder buchen Sie online.

Wenn das gewünschte Seminar belegt ist, erhalten Sie eine zeitnahe Absage. Bitte fragen Sie nach, wenn Sie innerhalb von 2 Wochen keine Nachricht erhalten haben sollten.

Eine Teilnahme ohne Anmeldung ist nicht möglich. Es werden nur Anmeldungen mit gut lesbarer EMail- Adresse berücksichtigt. Bitte eine möglichst personifizierte E-Mail-Adresse angeben, da Nachrichten an zentrale E-Mail-Adressen von Einrichtungen die Adressaten oft nicht erreichen.

Die Anmeldung muss bis spätestens 14 Tage vor dem Seminartermin vorliegen. Bei Absagen bis 14 Tage vor dem Seminar wird eine Bearbeitungsgebühr von 15,00 € pro abgesagtem Seminartag erhoben, danach eine von Bearbeitungsgebühr von 50,00 € pro abgesagtem Seminartag.

Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt, die Annahme erfolgt unter Berücksichtigung der Ausschreibungskriterien. Die Zweitages-Seminare und die Weiterbildung zur Fachkraft im Kinderschutz können nur komplett gebucht werden. Pro Person und Seminar muss jeweils ein Anmeldeformular verwendet werden.


Inhalte und Ziele

1. Tag: Sensibilisierung im Umgang mit Verdachtsmomenten von Grenzverletzung und sexualisierter Gewalt
  • Was heißt sexualisierte Gewalt?
  • Rechtlicher Kontext
  • Risikofaktoren in Institutionen
  • Sensibilisierung für den Umgang mit Nähe und Distanz in Bezug auf die Sexualentwicklung
  • Grundlagen der präventiven Arbeit
  • Verhaltenskodex
2. Tag: Handlungsleitlinien im Umgang mit Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und Grenzverletzung
  • Grundlagen der Interventionsarbeit
  • Prinzipien der lernende Organisation
  • Unterscheidungshilfe: Grenzverletzungen, Übergriffe und strafrechtlich relevanten Formen der Gewalt im pädagogischen Alltag
  • Verdachtsstufen
  • Kollegiale Fallarbeit
  • Beratung durch eine Insoweit erfahrene Fachkraft – das mehrstufige Verfahren gem. SGB VIII
  • Hilfsmittel
  • Dokumentation und Qualitätssicherung

Lernvoraussetzungen

Bereitschaft sich aktiv in Prozesse einzubringen, Bereitschaft zur Selbstreflexion.


Methoden

Theorieinput, Einzel- und Gruppenarbeit, moderierter Erfahrungsaustausch, kollegiale Beratung, Fallarbeit, kreative Übungen, Lernprojekte, Erarbeitung von Materialien


Zielgruppe

Fach- und Leitungskräfte von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe


Kommende Termine

Termin: 13.11.2017, 10:00 Uhr - 14.11.2017, 16:00 Uhr
Ort: Freizeitgelände Kirchvers
Trainer: Jörg, Catarina
Preis: 30,00 EUR zzgl.0% MwSt.
Ihre Investition: 15,00 € pro Person pro Tag; diese Verpflegungspauschale beinhaltet einen Mittagsimbiss, Obstkorb sowie Getränke (Kaffee, Tee, Wasser). Bei Absagen bis 14 Tage vor dem Seminar wird eine Bearbeitungsgebühr von 15,00 € pro abgesagtem Seminartag erhoben, danach eine von Bearbeitungsgebühr von 50,00 € pro abgesagtem Seminartag.
Buchbar bis: 30.10.2017
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